Sie nennen sie die „Augen der Eifel" – und wer einmal vor einem Maar gestanden hat, versteht sofort warum. Kreisrunde Seen in tiefem Blaugrün, eingebettet in bewaldete Hänge, von vollkommener Stille umgeben. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Idylle wirkt, ist in Wirklichkeit der Fingerabdruck gewaltiger vulkanischer Kräfte – vor 20.000 bis 30.000 Jahren. Die Maare der Vulkaneifel sind einzigartig in Europa. Und das Landgut Pfauenhof liegt mittendrin.
Was ist ein Maar – und wie entsteht es?
Ein Maar entsteht, wenn aufsteigendes, heißes Magma auf wasserführende Gesteinsschichten trifft. Der Kontakt löst eine gewaltige Dampfexplosion aus – eine sogenannte phreatomagmatische Eruption. Das umliegende Gestein wird in Sekundenbruchteilen zerrissen und teils kilometerweit in die Luft geschleudert. Zurück bleibt ein kreisrunder Krater – der Maartrichter. Füllt er sich mit Grundwasser oder Regenwasser, entsteht ein Maarsee.
Was die Vulkaneifel weltweit besonders macht: 77 Maare sind in der Vulkaneifel bisher nachgewiesen – eine Dichte die es sonst nirgendwo auf der Erde gibt. Weltweit einmalig ist die Region Vulkaneifel für die Häufigkeit des Vulkan-Typs „Maar". Zwölf dieser Maare enthalten noch heute einen See – die übrigen sind trocken, verlandet oder zu Mooren geworden.
Die bekanntesten Maare im Überblick
Gemündener Maar
- Durchmesser: 325 m
- Tiefe: 39 m
- Höhe: 416 m ü. NN
- Alter: ca. 20.000–30.000 J.
Das kleinste der drei Dauner Maare – mit dem Dronketurm als Aussichtspunkt, der einen atemberaubenden Blick auf alle drei Maare bietet.
Weinfelder Maar
- Durchmesser: ca. 525 m
- Tiefe: 51 m (tiefstes)
- Höhe: 487 m ü. NN
- Auch: „Totenmaar"
Das tiefste der Dauner Maare, auch als Totenmaar bekannt. Besonders eindrucksvoll vom Eifelsteig aus mit Blick von oben auf das 150 Meter tiefer liegende Wasser.
Schalkenmehrener Maar
- Durchmesser: ca. 1.100 m
- Tiefe: 21 m
- Größtes Dauner Maar
- Doppelmaar (West + Ost)
Das größte der Dauner Maare – ein sogenanntes Doppelmaar, bestehend aus einem wassergefüllten Maarsee im Westen und einem Trockenmaar im Osten.
Pulvermaar bei Gillenfeld
- Größtes Maar (Wasserfläche)
- Tiefster Maarsee der Eifel
- Naturfreibad vorhanden
Das Pulvermaar ist das Maar mit der größten Wasserfläche und der größten Seetiefe in der Eifel und zugleich einer der tiefsten Seen Deutschlands.
Meerfelder Maar
- Größter Maartrichter der Eifel
- Trichterdurchmesser: 1.700 m
- Alter: ca. 80.000 Jahre
Der Geheimtipp unter den Maaren: weniger bekannt, dafür umso stiller und ursprünglicher. Eingebettet in den größten Maartrichter der Eifel – nur ein Teil des Kessels ist mit Wasser bedeckt.
Ulmener Maar
- Jüngstes Maar der Eifel
- Eruption: vor 10.900 Jahren
- Trinkwasserreservoir
Das jüngste Maar der Vulkaneifel und einer der jüngsten Vulkane Mitteleuropas. Heute Trinkwasserreservoir und Naturdenkmal.
Warum die Maare wissenschaftlich einzigartig sind
Die Maare der Vulkaneifel sind nicht nur landschaftlich beeindruckend – sie sind auch ein unschätzbares wissenschaftliches Archiv. Die Sedimentschichten am Boden der Maare haben sich über Jahrtausende ungestört abgelagert und enthalten eine lückenlose Aufzeichnung des Klimas der letzten 150.000 Jahre.
Die Vulkaneifel als wichtigstes Klimaarchiv Mitteleuropas: Die Sedimentschichten in den Maaren bieten detaillierte Rekonstruktionen vergangener Klimate und Ökosysteme – aktuelle Forschungen erstrecken den Zeitrahmen der Klimaaufzeichnungen auf etwa 130.000 Jahre und machen die Vulkaneifel damit zum bedeutendsten Klimaarchiv Mitteleuropas.
Kein Wunder, dass die Dauner Maare und das Vulkansystem Mosenberg-Meerfelder Maar als „Deutschlands bedeutendste Geotope" ausgezeichnet wurden. Wissenschaftler aus aller Welt forschen hier – und als Urlaubsgast kannst Du direkt an diesen Orten stehen, auf dem Wasser blicken und spüren, was Erdgeschichte bedeutet.
Was Du an den Maaren erleben kannst
- Wandern rund um die Dauner Maare auf dem Eifelsteig
- Aussicht vom Dronketurm – Blick auf alle drei Dauner Maare gleichzeitig
- Auf der Maarschaukel die Beine über dem Gemündener Maar baumeln lassen
- Kanufahren und Bootfahren auf dem Gemündener Maar
- Baden im Pulvermaar – einem der tiefsten Seen Deutschlands
- Geführte Sonntagsführungen des Geoparks rund um die Maare (März–September)
- Besuch des Eifel-Vulkanmuseums Daun oder des Maarmuseums Manderscheid
- Fotografieren des Sternenhimmels, der sich im stillen Wasser spiegelt
Tipps für Deinen Besuch
🚗 Anfahrt & Parken
Vom Landgut Pfauenhof sind die Dauner Maare in ca. 12 km erreichbar. Parken am Parkplatz Weinfelder Maar. Von dort gut ausgeschilderte Fußwege zu allen drei Maaren.
🥾 Beste Wanderroute
Der Maare-Pfad (ca. 8 km) verbindet alle drei Dauner Maare in einer Runde – für Familien gut geeignet, mit dem Dronketurm als Highlight. Wer mehr möchte: der Eifelsteig führt direkt an den Maaren entlang.
📸 Bestes Licht
Morgens früh oder in der Abenddämmerung zeigen die Maare ihre schönste Seite – wenn Nebel über dem Wasser liegt oder die untergehende Sonne das Blau zum Leuchten bringt. Herbst ist besonders fotogen.
👨👩👧👦 Mit Kindern
Der Maarschauplatz Daun bietet kindgerechte Informationen zur Entstehung der Maare. Das Pulvermaar hat ein Naturfreibad mit Nichtschwimmerbereich. Der Dronketurm ist für alle Altersgruppen erreichbar.
Die Dauner Maare liegen keine 15 Minuten vom Landgut Pfauenhof entfernt – und können wunderbar mit einem Reitausflug am Morgen oder einem Burgenbesuch am Nachmittag kombiniert werden. Die Eifel hat viele Gesichter, und die Maare gehören zu den schönsten davon.
Christine & Gottfried
Landgut Pfauenhof · Utzerath · Vulkaneifel
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